Husum
ist heute Kreisstadt des Kreises Nordfriesland in Schleswig-Holstein
(Autokennzeichen: NF) und als Kreisstadt zuständig u.a. für die
westlichen Nordseeinseln und die Halligen. Wer dorthin will, muß ein
paar Kilometer nach Strucklahnungshörn fahren (der Ort heißt wirklich
so), denn da fahren die Schiffe ab.
Seit
dem 15. Jahrhundert war Husum Vogtei (ein Vogt ist eine Art Richter)
und hatte damit eine gewisse Eigenständigkeit. Es unterstand der
dänischen Krone und weil die Husumer immer wieder Aufstände wagten,
verhängte der König harte Strafen wie Brandschatzung und eine
Strafsteuer, die erst 1878
abgeschafft wurde.
Zu Storms Zeiten war Husum noch dänisch und Storm
selbst hatte seine Rechtsanwaltbestallung 1856 noch vom dänischen König
unterzeichnen lassen müssen. Im deutsch-dänischen Krieg erreichte das
preußische Heer am 18. April 1864 bei der Schlacht bei den Düppeler
Schanzen einen wichtigen Sieg, infolge dessen es am 14. August 1865 das
Herzogtum Sachsen-Lauenburg und das Herzogtum Schleswig erhielt. Nachdem
Preußen 1866 Holstein annektiert hatte und aus allen drei Gebieten 1867 die preußische Provinz Schleswig-Holstein bildete, wurde 1867 mit der Verbindung der Herzogtümern Schleswig und Holstein die ganze Region preußisch.
Heute ist in dem Wohnhaus Theodor Storms das
"Storm-Museum" untergebracht, außerdem ist
dort der Sitz der Theodor-Storm-Gesellschaft und
des Storm-Archivs, Husum. Man
kann in dem Haus originale Einrichtungsgegenstände Storms sehen,
Fotos, Briefe und Handschriften und erfährt natürlich viel über den
Zusammenhang zwischen Storm, Husum und der Nordsee-Umgebung.

Wohnzimmer des Storm-Hauses in Husum, Wasserreihe 31, Foto: Martin Schlu © 2013
Man kann nicht durch
Husum gehen, ohne ständig über Theodor
Storm zu stolpern, sei es das Denkmal im
Schloßpark, das Geburtshaus, das Haus des
Großvaters oder andere
geschichtsträchtige Bauten. In Storms Novellen
finden sich überall Bezüge zu Husum:
Kirchenbilder des Malers Jürgen Owens
("Aquis
submersus"), Beschreibungen von Häusern und
natürlich von Deichen und Kögen
("Schimmelreiter")