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Renaissance
Einführung
Zeittafel
Renaissance
Frührenaissance
Spätrenaissance
Italien und sein Einfluß
Levantehandel und die Entdeckungen
Komponisten
Instrumente
Sitten
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Einführung
in die
Spätrenaissance
von Martin
Schlu 2008
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- Die späte
Renaissance zeigt sehr eindrucksvoll die Bandbreite der
historischen Entwicklung, denn in den wichtigen
Ländern Europas geschehen ähnliche
Entwicklungen über eine Zeitraum von über
hundert Jahren zwischen dem 16. und dem 17. Jahrhundert.
Gemeint ist damit der Übergang von den Idealen der
Renaissance (Bildung, Humanismus, Staatlichkeit) hin zu
den Zielen des barocken Absolutismus (Macht,
Zentralität, Herrscherverehrung). Der Übergang
von Renaissance zum Barock ist ein Wechsel der Denkweise
und ein Mensch wie der kasseler Landgraf Moritz von
Hessen ist typisch dafür. Moritz ist universell
gebildet, kulturell interessiert, ein Schöngeist
(was ihn übrigens nicht hindert, auch mal bei einer
besonders grausamen Hinrichtung genußvoll
zuzuschauen) und bemüht, seinen Job als Landesherr
möglichst gut zu erledigen. Da er sich - wie viele
seiner Zeitgenossen - von Gott auf seine Stelle berufen
fühlt, nimmer er seine Fürsorgepflicht
gegenüber dem ihm Unterstellten ernst und dies
unterscheidet ihn von den barocken Egoisten, die ab ca.
1620 die Oberhand gewinnen. Das Gegenstück zu Moritz
könnte vielleicht August der Starke sein, der es
für selbstverständlich nimmt, das "ius primae
nocte" seiner Landeskinder einzufordern und dadurch etwa
300 leibliche Kinder hat. Die Mütter wiederum
betrachten ihr Herrscherkind als Chance auf ein
regelmäßiges Einkommen oder irgendeine
Funktionsstelle bei Hofe und so haben beide etwas
davon.
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- Man kann diese
Entwicklungen ganz gut nachvollziehen:
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- 1547
- In England ist
die Renaissance eigentlich schon mit dem Tod
Heinrichs VIII.
zu Ende. Seine Tochter Elisabeth ("elisabethanisches
Zeitalter") regiert fast fünfzig Jahre, denkt und
handelt aber schon eher absolutistisch barock.
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- 1557
/ 1558
- In Spanien ist
das Ende der Entwicklung beim Rücktritt oder beim
Tod Karls V., danach geht es nicht mehr um die Tradition
des katholischen Kaiserhauses, sondern nur noch um Macht
des Nachfolgers. Karl hinterläßt ein nicht
vereinigtes Europa - es wird noch einige hundert Jahre
dauern, bis Europa wieder dort ist, wo es unter Karl
schon einmal war. Mit ihm stirbt der letzte
Renaissance-Herrscher und mit ihm ist die spanische
Renaissance eigentlich zu Ende
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- 1612
- In Italien ist
der Übergang von Renaissance zum Barock mit dem
Rückgang der Bedeutung Venedigs, Neapel und Sizilien
unter den spanischen Vizekönigen verknüpft (ca.
1550), ebenso mit der Neuausrichtung der Kirchenmusik in
Rom unter Palestrina i - der Palestrinastil" wird
maßgeblich für die Kirchenmusik der
nächsten Jahrzehnte und der Opernstil Monteverdis
löst ab 1610 die Bedeutung der venezianischen Musik
ab. Die italienische Spätrenaissance endet definitiv
1612 mit dem Tod Giovanni
Gabrielis an San
Marco in Venedig. Dieser wird nun vom Komponisten
Claudio
Monteverdi
abgelöst, der für den Erfolg der Oper
verantwortlich zeichnet und den Frühbarock einleitet
- zusammen mit dem Gabrieli-Schüler Heinrich
Schütz, der
das in Italien Gelernte nun in Deutschland fortsetzt.
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- 1648
- In Deutschland
ist man noch nicht so weit - hier endet diese Epoche erst
mit dem Ende des Dreißigjärigen Krieges
1648
- danach führen sich gut dreihundert Klein- und
Kleinstherrscher absolutistisch auf und stürzen
mehrheitlich ihre Ländereien in ein Finanzchaos,
weil jeder sein eigenes Schloß, sein eigenes Geld,
Gericht und Militär haben will. Erst der
Rücktritt des letzten Kaisers 1806 löst das
Heilige Römische Reich Deutscher Nation auf und
schafft Platz für einen kommenden
Nationalstaat.
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- 1679
- In Frankreich ist
der Wendepunkt zum Barock die Hugenottenverfolgung ab
1679, die die Macht des Königs so stärkt,
daß man sie erst 1789
wieder stutzen kann.
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