Homepage Martin Schlu Der Berliner Dom
Stand: 16. Dezember 2025

                                                  
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Der Dom ist nicht nur ein steingewordenes Symbol des Deutschen  Wilhelminismus auf der Museumsinsel, sondern auch ein bundesdeutsches Wohnzimmer, in dem bei Bedarf der Bundespräsident oder die Kanzlerin zur Nation gesprochen hat. Er ist natürlich auch eines der wichtigsten Fotomotive der internationalen Touristen die hier Dom, Spree, Schloß und die Museen von einem Standort knipsen können. Praktischerweise wurde gegenüber dem Dom das „Domaquarée“ gebaut, das einerseits aus dem Radison Hotel besteht („aquarée“ war das riesige Aquarium im Hotel, das am 16. Dezember 2022 geplatzt ist, worauf das Erdgeschoß im Prinzip neu gebaut werden mußte), andererseits liegt dahinter auch eine Mall, in die aber noch Läden einziehen müssen. Die täglich Tausende Touristen freut es, denn zentraler als in der Mitte von Berlin-Mitte kann man nicht wohnen (viel teurer aber auch nicht).

Dom, Schloß und Museen liegen nur wenige Meter auseinander und so kann  man an einem Tag alles ablaufen und begucken, was man für die Freunde und Familie posten und belegen muß. Nach getaner Arbeit kauft man noch im Ampelmännchen-Shop um die Ecke irgendwelches Zeug zum Wahnsinnspreis und kann bei den Freunden mit Berlin-Souveniers angeben (ein Boomer-Ehepaar aus Amsterdam kaufte gestern zwei Weihnachtskugeln mit einem grünen und roten Männchen für schlappe vierzig Euro, während wir Postkarten für je einen halben Euro aussuchten). Weil hier alles auf Hotel und Tourismus spezialisiert ist, gibt es in dieser Ecke auch keine Supermärkte und wem € 3,50 für den halben Liter Wasser zu viel sind, kriegt einen Schock, wenn er im Hotel die Flasche Mineralwasser für € 9,00 kauft. Berlin ist hier wirklich teuer.


Der Berliner Dom vom gegenüberliegenden Dach des Stadtschlosses aus.

Als ich um 1992 den Dom das erste Mal sah, konnte man ihm die DDR noch ansehen, denn er war damals ziemlich vergammelt und ausgesprochen dreckig. Damals war Berlin noch nicht so überteuert wie heute und wir hatten noch 2006 für 400 DM mit Kindern eine Woche lang in einer sechs Zimmer-Wohnung in der Günterstraße gelebt, die wir damals für DM 50.000 hätten kaufen können, wenn  wir das Geld gehabt hätten (man denke an Peer Steinbrück). Heute liegt diese Wohnung vermutlich im siebenstelligen Bereich.

Im Laufe der letzten zwanzig Jahre gingen die Restaurationen am Dom los und seitdem stehen dort ständig Gerüste und es ist ein bißchen wie am Kölner Dom - der wird auch nie fertig. Doch mittlerweile haben die gereinigten Flächen die Mehrheit und leuchten im Licht, und nur der verbliebene Rest ist noch
schwarz. 2006 konnte man wieder in das Innere und seitdem gab es öfter Ansprachen diverser deutscher Staatsoberhäupter.

Der riesige Innenraum mit Platz für ein paar tausend Menschen.
Der riesige Innenraum mit Platz für ein paar tausend Menschen (aus der ersten Empore)


Seit 2016 war die Königsgruft
nicht mehr zugänglich, weil sie nun auch restauriert wird. Dort lagen etliche Hohenzollern-Könige mit ihren Familienangehörogen und früh gestorbenen Prinzen und Prinzessinnen (insgesamt 91 Särge). Im Frühjahr 2026 soll die Gruft wieder zugänglich sein - ich fand ein Bild vom April 2025, das den Prunksarg Friedrich I. zeigt außerhalb der Gruft zeigt - vom selben Architekten Andreas Schlüter gebaut, der auch das Stadtschloß schuf.

Die Königsgruft unter dem Berliner Dom
Die Königsgruft unter dem Berliner Dom

Die beste Zeit für ein Foto des Doms ist die Zeit kurz vor der Dämmerung, wenn die Sonne von Westen fast waagerecht auf das Portal fällt. Gerade bei dem niedrigen Sonnenstand im Winter leuchtet der Dom dann regelrecht.

Die Domfassade in der Abendsonne von Westen
Die Domfassade in der Abendsonne von Westen

Winterzeit ist Weihnachtsmarktzeit und da gibt es allein zwischen dem Alexanderplatz (etwa einen Kilometer entfernt) und der Universität fünf Märkte. Berlin ist teuer und da gibt es auch keine Wurst unter sechs Euro, aber gucken, was es gibt und was man nicht braucht, kostet fast nichts und ist auch schön.

Weihnachtsmarkt am Stadtschloß mit dem Dom im Hintergrund
Weihnachtsmarkt am Stadtschloß mit dem Dom und dem Fernsehturm am Alex im Hintergrund


Der Weihnachtsmarkt am Dom ist zweigeteilt, auf der einen Hälfte stehen die Verkaufsstände mit Kitsch und Kunst, die andere Hälfte hat die Freßbuden mit ausreichend Platz für Stehtische und ab und zu einem Feuerkessel zum Aufwärmen. Allerdings muß man gucken - bei der „Bayrischen Schwenkbraterei Kuhstall“...

„Schwenkbraterei“ ohne Schwenkbraten

wollte ich einen solchen, doch die Bedienung wußte nicht, was Schwenkbraten ist, weil sie nur Glühwein und Softdrinks verkaufte und einen Grill gab es auch nicht. Bei den anderen Buden verkaufte man Flüssiges und/oder Thüringer Wurst oder Merkwürdiges und so hatte man die Auswahl zwischen Glühwein mit Nachos, Glühwein mit Thüringer, Glühwein mit Nutella-Crépes oder Glühwein mit indischem Hähnchen. Zwei Schwenkbratenbrötchen (ein paar Stände weiter) und zwei Zimtschnecken schlugen mit insgesamt € 29,00 zu Buche und das ist weit weniger als die Hälfte dessen, was wir gestern in einer Pizzeria losgeworden sind.


Das Flüssige in der Schwenkbraterei,
das Flüssige an anderen Ständen und
richtig gute Schnecken

Leider ist nicht das ganze Jahr Weihnachtsmarkt und so kann man an dieser Ecke nur in die besagte Pizzeria im
„Domaquarée“ oder ins Hotelrestaurant. Eine Palette Wasser kann man ja im Kofferaum mitnehmen.


Essen und Trinken
Trattoria
Peretti - Domaquarée,  Karl-Liebknecht-Str. 5, 10178 Berlin,
Menü mit Vorspeise und Getränken ca. € 30,00 p.P. Für Berlin preiswert und gut.

Restaurant Wilhelm, im Stadtschloß, Schloßplatz 1, Humboldt Forum, 10178 Berlin,
Cafe und Restaurant, ca. € 30,00 p.P Menü mit Getränken. Preiswert und auch gut.

Noch billiger sind die Fritten- und Wurstbuden vor dem DDR-Museum. Es gelten die Weihnachtsmarktpreise. Die Qualität ist etwas über McDoof.

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