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- Robert Schumann - Übersicht
erstellt von Martin Schlu, August 2010
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- 1810
Am 8. Juni wird Robert Schumann in Zwickau geboren - im gleichen Jahr wie Fréderic Chopin.
Der Vater ist Verlagsbuchhändler und ist zu einem gewissen Wohlstand
gekommen. Bereits früh wird Roberts musikalisches Talent erkannt,
der Vater
nimmt ihn mit zu einem Konzert Ignaz Moscheles nach Karlsbad mit, das
für Robert ein Schlüsselerlebnis wird. Robert wünscht sich danach
ein Klavier und der Vater besorgt eins und organisiert den
Klavierunterricht. Robert geht aufs Gymnasium, schreibt erste
Kompositionen und Gedichte und möchte gerne Dichter werden. Der Vater
knüpft Kontakte zu Carl-Maria von Weber und macht Termine für Roberts
Ausbildung, doch Weber stirbt, bevor es dazu kommt.
- 1826
Auch Roberts Vater stirbt und die wirtschaftlichen
Verhältnisse der Familie verschlechtern sich. An Klavierunterricht ist nicht mehr
zu denken und Robert muß irgendwie Geld verdienen. In sein tagebuch schreibt Robert kurze Zeit später:
- „Hinausgeworfen in das Dasein, geschleudert in die Nacht der Welt, ohne Führer, Lehrer und Vater - so stehe ich da!"
- 1828 (bis 1830)
- In Heidelberg
und Leipzig studiert Robert Jura und Philosophie, wie es sein Vater
gewollt hätte. Allerdings bricht er später das Studium ab. In diesem Zeitraum beginnt er zu komponieren und schickt die ersten Werke Kapellmeister Wiedebein der sich für ihn
interessiert und ihn mit seinem späteren Lehrer Friedrich Wieck
bekannt macht.
- Robert lernt bei Friedrich Wieck die damals neunjährige Clara
kennen, die sich auf ihre ersten Konzerte vorbereitet und nicht
wesentlich schlechter Klavier spielt, als er selbst. Er ist von diesem
Kind tief beeindruckt und schreibt für sie das Stück "Papillions" (op.
2), das er ihr widmet, seine zweite "richtige" Komposition.
- 1830
Robert
beschließt nach dem Besuch eines Konzertes von Paganini in Frankfurt,
das Jura-Studium abzubrechen und sich nur noch um die Musik zu kümmern,
teilt dies allen mit, bricht sein Studium ab und bringt seine Mutter in
eine Lebenskrise, die immer gehofft hatte, er würde einen "ehrbaren"
Beruf ergreifen. Robert übt sehr hart, etliche Stunden täglich, und
merkt, daß sein Mittelfinger der rechten Hand, nicht so stark ist, wie
er sein sollte. Er probiert alles Mögliche aus: Hausmittel, Ratschlge
von Freudnen, doch es holft nichts (der Finger ist vermutlich teilweise
im Nervenbereich beschädigt). Trotzdem übt er weiter.
- 1831
- Robert zieht nach Leipzig, spielt Friedrich Wieck wieder vor und wird von ihm als
Klavierschüler angenommen. Wieck läßt Robert bei sich zuhause wohnen,
dafür muß er Wiecks Anfänger unterrichten, damit Wieck mehr Zeit für
Claras Ausbildung hat. In der wenigen freien Zeit übt Robert wie ein
Besessener und
nun
auf die Idee, sich eine Vorrichtung zu bauen, die den Mittelfinger
trainieren soll. Es kommt zum Schlimmsten: Roberts echte Hand ist
teilweise gelähmt und die Pianisten-Karriere ist vorbei, noch bevor sie
begonnen hat - eine Katastrophe für Robert, denn Komponisten spielen
ihre Werke
üblicherweise selbst vor und das wird nicht mehr gehen.
- 1834
- Im März wird Robert
wird Herausgeber und Verleger der „Neue Zeitschrift
für Musik" und bringt unter anderem ein Jahr
später den Artikel über Frederic
Chopin,
der diesen in Deutschland berühmt macht. Erste Annäherungen zwischen Clara
und Robert kommen zustande - Claras Vater sieht es nicht gerne und
schickt die Tochter, so oft es geht, auf Tournee - da ist sie vor
Robert sicher, glaubt er. Stattdessen schreiben sich beide musikalische
Liebesbriefe.
- Robert wird in dieser
Zeit depressiv, zumal die Schwierigkeiten zunehmen, Clara zu sehen, in
die er sich mittlerweile verliebt hat. Fredrich Wieck macht ihm klar,
daß er seine Tochter niemandem gibt, der kein geld verdienen kann -
eben das kann Schumann nicht, wenn er seine Klavierwerke selbst nicht
vorspielen kann.
- 1840
Robert heiratet nach langen Kämpfen mit Claras Vater Clara
Wieck, die - programmatisch - den Namen "Schumann" annimmt. Von nun an
werden Robert und Clara als "ideales Künstlerpaar" auftreten: er
schreibt die Kompositionen, sie spielt sie.
- 1843
Felix Mendelssohn- Bartholdy beruft Schumann als
Kompositionslehrer an das Leipziger Konservatorium.
- 1844
Schumanns ziehen nach Dresden, wo Robert sich als Chorleiter um Chorvereinigungen
kümmert. Er versicht die Stelle als Kapellmeister des Gewandhauses zu
bekommen, wird aber bei der Besetzung der Stelle übergangen.
- 1849
Robert ist halbwegs gesund und komponiert fleißig.
- 1850 -1853
Robert
wird städtischer Musikdirektor in Düsseldorf und
soll das dortige Orchester leiten, eine Vereinigung von Liebhabern, wie
etwa heute ein Musikverein. Es kommt zu schweren Auseinandersetzungen,
weil Robert seinen Dienst vernachlässigt und sich auf andere Dinge
konzentriert. Seine Gesundheit leidet, es kommt zu Alkohol- und
Rauchexessen. Die Proben kann er nicht mehr regelmäßig einhalten und
verliert die Düsseldorfer Stelle.
- 1854
Robert stürzt sich am Rosenmontag in geistiger
Umnachtung in den Rhein, wird von Fischern wieder herausgezogen und
wenige Tage später in die Nervenklinik Endenich (heute Bonn-Endenich) gebracht.
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1856
In der Nervenklinik fällt
Robert am 23. Juli in eine Art Starre, in der er noch teilweise
ansprechbar ist, aber kaum noch etwas wahrnimmt. Clara wird verständigt
und reist mit Johannes Brahms nach Endenich um ihn noch einmal zu
sehen. Am 29. Juli stirbt Robert dort im Alter von 47 Jahren. Er wird auf dem Friedhof in Bonn bestattet.

- Quelle:
- Boucourechliev, André: Schumann, Rowohlt Taschenbuchverlag,
Reinbek bei Hamburg, 1080-ISBN 3
499 50006 X
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