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Herrenchiemsee und das Schloß
Text und Fotos: Martin Schlu                 
Stand: 29. Juli  2026

zum Chiemgau





Schiffsverbindungen  - Schloß und Park - Kosten und Nutzen - Ludwig II.  - Museum - Literatur

Gründung und Entwicklung
Auf der Insel Herrenchiemsee gab es das Kloster Herrenwörth, das heute das älteste Kloster Deutschlands wäre (ca 1.400 Jahre alt), wenn es noch bestünde, weil es zwischen 620 und 629 gegründet wurde. Vom Kloster selber gibt es nicht mehr viel, denn nachdem die Ungarn im 10. Jahrhundert in ihren Expansionsplänen recht erfolgreich waren (909, 910, 912), verschenkte Kaiser Otto I. den ganzen zerstörten Krempel an den Salzburger Erzbischof und hatte damit das Problem des Wiederaufbaus von der Backe.

Einge hundert Jahre später, um 1130, bildete sich am Chiemsee eine Vereinigung der Augustiner Chorherren und die beschlossen den Bau einer Kathedrale, die auf der Insel stehen sollte. Diese Kathedrale war schon nach fast siebzig Jahren fertig (1158) und damit war die Insel für den Salzburger Erzbischof wieder so interessant, daß er ab 1215 das Kloster wieder aufbauen ließ und aus dem Gebiet um die Insel das Bistum Chiemsee
machte. Allerdings saß der dazugehörige Bischof recht lange in Salzburg, obwohl die Kathedrale auf der Insel stand, denn die Verbindung zur Insel war von Salzburg aus in dieser Zeit doch recht zeitintensiv.

Fast 150 Jahre expandierten Stift, Bistum und Kloster. Bis 1498 waren die Äbte so geschäftstüchtig, daß der damalige Propst den Titel eines Lateran-Pfalzgraf führen durfte, ein Titel, der fast so viel wert war wie ein Kurfürst oder Erzbischof und heute etwa einem Ministerpräsidenten entspräche. Dummerweise unterstand der kirchliche Pfalzgraf aber dem weltlichen Recht und so konnte der bayrische Kurfürst bis 1562 in Streitfällen das letzte Wort sprechen (was er auch öfter tat). Weil dies kirchenrechtlich die Macht einschränkte, ordnete der zuständige Probst 1627 an, diese Würde zurückzugeben und so verlor das Kloster/Stift zwar etwas Macht, gewann aber die kirchliche Autorität zurück.

Chorherren- und -damenstift im Stich von Matthaeus Merian um 1644
Chorherren- und -damenstift im Stich von Matthaeus Merian um 1644


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Das Kloster wurde ab 1642 neu aufgebaut und erweitert, wozu auch ein Dom gehörte (Inseldom), der von 1676-1678 gebaut wurde. Durch die ständige Erweiterung verschiedenster Bauteile war er aber erst 1731 wirklich fertig, nachdem die gotischen Spitztürme -  oben auf dem Stich von Matthäus Merian - durch bayrischen Zwiebelhauben ersetzt worden waren. Das neu aufgebaute Stift wurde als Schloß geplant, bekam eine Vierflügelanlage, einen großen Innenhof und hatte eine hohe Wohnqualität.

Das Augustinerstift von der Seeseite aus
Das Augustinerstift von der Seeseite aus


Siebzig Jahre später war alles vorbei, als die Säkularisation auch hier zuschlug und Stift und Kloster aufgelöst wurden. Alle kirchlichen Gebäude wurden verkauft, die Türme abgebrochen und aus der Kirche wurde nun ein Bierlager. Damit mehr Fässer gelagert werden konnten, wurden einige Zwischendecken in den Kirchenraum eingezogen. Schlimmer kann man einer Kirche eigentlich nicht seine Verachtung zeigen und politisch wäre dies heute nicht mehr möglich, doch die Kirche galt nach 1803 einfach als altmodisch und nicht erhaltenswert (d
ie dazu gehörige Brauerei Fleckinger produzierte noch bis 1914 auf der Insel). Um mehr Platz zu schaffen wurden auch noch die Türme und der Chorraum der Klosterkirche abgerissen, schließlich brauchten die Brauereipferde ja Platz zum Wenden.

Mittlerweile war Bayern im Deutschen Bund aufgegangen (mit bis heute gültiger  Eigenständigkeit), das Deutsche Reich war mit Kaiser Wilhelm I. noch im Kleinkindalter und der junge bayrische König Ludwig II. (1845-1886) kaufte 1873 die gesamte Insel, auf dem er das französiche Schloß Versailles möglichst genau kopieren wollte. Er hatte diese Idee bereits im Graswangtal bei Ettal gehabt, aber das dortige Gelände war zu schwierig für ein repräsentatives Schloß und so war dort nur der Linderhof entstanden, bestenfalls ein königsgemäßes Gartenhäuschen. Ludwig hatte aber Größeres vor und die Insel Herrenchiemsee bot genug Platz für einen Prunkbau, eben ein bayrisches Versailles. Link


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Schiffsverbindung
Anders als mit einem Schiff der Chiemsee-Schifffahrt kommt man nicht auf die Insel und damit auch nicht zum Schloß. Die Preise sind happig: Eine Station weiter (ca. 15 Minuten) schlagen mit € 11,50- p.P. zu Buche (immerhin hin und zurück) und wer die große Rundfahrt machen will, wird p.P über € 50,00 los. Dafür kommt man auf dem Rhein zwar auch nicht von Köln nach Koblenz, aber schon von Köln nach Bonn. Nein, billig ist es nicht.

Morgens um halb zehn sind die Schiffe noch leer.
So leer sind die Schiffe entweder kurz nach der Ankunft oder früh am Morgen

Der Ticketschalter hat ab neun Uhr geöffnet und ein paar Minuten später sind wir auf dem Schiff und können uns die Sitze aussuchen. Vorne sind die Plätze alle in der Sonne und schon recht heiß und hinten sitzen ungefähr ein Dutzend Jungen mit Testosteron vollgestopft bis unter die Haarwurzeln, die lautstark versuchen, sich in irgendwas zu übertrumpfen. Zwei Mädchen  - offenbar aus der gleichen Klasse - sitzen genervt am Nebentisch und versuchen die Jungs zu ignorieren. Auf dem Weg zum Schiff sind wir an Hunderten Kindern und Jugendlichen vorbeigekommen, die offenbar einen Schulausflug machen - in Bayern gibt es in ein paar Tagen Ferien und da macht man mit den Blagen eben irgendwelche Ausflüge. Sei's drum - wir sind aus dem Beruf raus und nicht mehr zuständig, aber diese Phänomene wiederholen sich immer wieder.

Eine Viertelstunde später ist das Schiff voll - knapp 500 Personen passen drauf, wie eine Anzeigentafel verkündet. Ein kurzer Überschlag verdeutlicht, daß bei sechs parallelen Schiffen pro Stunde etwa 3.000 Besucher über den Chiemsee geschaufelt werden und das neun Stunden pro Tag. Der Tourismus ist generalstabsmäßig organisiert, aber Bayern hat im letzten Jahr Meck-Pomm in der Gunst der Besucher überholt und auch da war es schon immer recht voll. Bayern ist allerdings mehr als zehnmal so groß wie MV, hat dreimal so viele Einwohner und erheblich mehr Kultur. So gesehen kann es hier zahlenmäßig noch viel schlimmer werden. Pünktlich um halb zehn legt das Schiff ab, während die nächsten Hundertschaften den Steg betreten, um als Nächste abgefertigt zu werden.

Der Fähranleger nach der Abfahrt
Oben: Der Fähranleger nach der Abfahrt

Unten: Der Chiemsee ist spiegelglatt und nur die Bugwelle sorgt etwas für Bewegung.
Der Chiemsee ist spiegelglatt und nur die Bugwelle sorgt etwas für Bewegung.

Eune Viertelstunde später steigen wir an der Herreninsel aus und nur schlappe fünfzig Mitfahrer* ebenfalls. Nun könnte man ca. zwei Kilometer zum Schloß laufen - da kommt man am Augustiner-Kloster vorbei - doch vorher passiert man die Kutschenhaltestelle. Theoretisch fahren die Kutschen erst später (laut Schild ab 10.20 Uhr), aber es ist Hochsaison und da stehen die Kutscherinnen parat, sobald das erste Schiff anlegt. Pro Person und pro Fahrt nehmen die Damen € 5,00.

Wer schlecht zu Fuß ist, kann die zwei km auch fahren - € 5,00 pro Person pro Fahrt
Wer schlecht zu Fuß ist, kann die zwei Kilometer auch fahren - € 5,00 pro Person pro Fahrt


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Schloß und Park
Der erste Eindruck beim Näherkommen ist gar nicht so schlecht. Gut, für ein richtiges Barockschloß fehlen die Seitenflügel, aber das Ding steht ja mal gerade 140 Jahre (Bauzeit von 1878-1886). Es hätte ein kleines Versailes werden sollen, aber Ludwig hatte sich finanziell ein bißchen übernommen und als klar war, daß das Geld niemals für eine richtige Ausstattung der Seitenflügel reichen würde, brach man die bereits gemauerten Teile ab, ließ die hinteren Flügel im Rohzustand und baute nur den vorderen Flügel richtig aus. Der Barockgarten war noch gerade möglich.

Anders als Versailleshat Herrenchiemsee nur den Mittelflügel - für mehr reichte es nicht.
Anders als Versailles hat Herrenchiemsee nur den Mittelflügel - für mehr reichte das Geld nicht.

Für Herrenchiemsee gilt: mehr Schein als Sein. Bilder im Schloß sind tabu, daher kann man dieses überdimensionierte Treppenhaus nicht zeigen. Aus echtem Marmor sind nur die Bodenplatten, die Treppenstufen und die Skulptur auf dem mittigen Treppenabsatz. Der Rest der Wandverkleidung besteht aus so genanntem „Stuckmarmor“, seit den Römern bekannt und in der Renaissance wiederbelebt, weil man mit ihm Marmorstrukturen erschaffen konnte, die es so nicht gab (z.B. roten Marmor mit blauen Äderchen). Stuckmarmor wurde hergestellt aus Gips, Farbe, Anhydrit, Knochenleim und Kinderpipi (wegen des geringeren Ammoniakgehaltes). Kein Witz! Später werden wir sehen, daß es Gebäudeteile gibt, die aussehen wie im Rohbau - gemauerte Ziegelsteine wie in der Backsteingotik, nur ohne Schwarz und nicht glasiert.


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Kosten und Nutzen
Ludwig II. hatte eine Vorliebe für Blau und Gold, die Königsfarben schlechthin. Mit achtzehn Jahren wurde er König, obwohl er lieber seine deutschen Rittersagen weiter gelesen oder ausgiebig Richard Wagner gehört hätte. Nachdem er sich ein paar Jahre als Regent versucht hatte, erschien ihm der ganze Politikbetrieb eher lästig, denn er konnte ja nicht - wie Ludwig XIV. - einfach absolutistisch regieren, weil Bayern seit 1806 schon eine konstitutionelle Monarchie hatte. Damit war der König zwar Chef der Regierung, hatte aber ein Parlament (den Landtag), der ihn kontrollieren durfte und dann mußte man ständig mit den Abgeordneten diskutieren. Ludwig erkannte, daß er nie so absolut würde regieren können wie sein großes Vorbild aus Frankreich und so begann er sich mehr und mehr von der Realität zu lösen und in eine Traumwelt zu flüchten. Ausgerechnet Otto von Bismarck löste für Ludwig das finanzielle Problem und macht mit ihm einen „Deal“ (wie Donald Trump sagen würde): Sechs Millionen Mark fließen in sechs Raten an Ludwig, wenn er dafür der Reichsgründung 1871 zustimmt. Natürlich stimmt Ludwig zu, unterschreibt den sogenannten „Kaiserbrief“, kann anfangen zu planen und am 21. Mai 1876 erfolgt die Grundsteinlegung. Daß der - halbfertig gewordene - Bau am Ende das Dreißigfache kostet (ca. 180 Mio) kann man sich damals nicht vorstellen - heute weiß man es besser (Flughafen BER, Elbphilhamonie, Stuttgart 21, Kölner Oper etc.).

Die hohen Kosten liegen nicht am Gebäude, sondern am Anspruch. Ludwig hat politisch kaum noch etwas zu sagen, aber er träumt sich seine Stellung schön und möchte so leben wie der französische König zweihundert Jahre früher. Dies ist ähnlich wie die Situation in der Stadt Venedig, die seit über vierhundert Jahren von der Erinnerung an ihre große Zeit lebt. Link.



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Ludwig II.
Übrigens hat Ludwig ganze zehn Tage in Herrenchiemsee gewohnt und seine Zeit damit verbracht, durch das Schloß zu laufen und sich wie sein französisches Vorbild vorzukommen. Weil er ein Nachtmensch war, schlief er tagsüber in seinem königlichen Bett und nachts mußten für ihn alle Kronleuchter brennen. Der Schloßführer sprach von 40.000 Kerzen, die in diesen zehn Tagen verbraucht wurden. Es gab - weil Ludwig ja nur diese paar Tage hier verbracht hat - in Herrenchiemsee keine Treffen, keine politischen Gespräche, keine  Verträge und das ist wohl der größte Unterschied zum französischen Vorbild. Ludwig II. von Bayern war in Herrenchiemsee alleiniger Nutzer eines Illusionsbauwerkes

In
Versailles dagegen  wurde Macht ausgeübt und Politik gemacht, dort wurden Beziehungen geplant - alles in Zusammenspiel vieler mächtiger Personen. Nach Ludwigs Tod 1886 wurde jegliche Bautätigkeit vom Landtag gestoppt - auch in Neuschwanstein, das ja ebenfalls noch nicht vollendet war. Recht schnell erkannte der bayrische Staat aber, daß man mit dem toten „Kini“ gute Geschäfte machen konnte und so wurde der Tourismus professionalisiert und an einem normalen Tag werden alle fünf Minuten dreißig Besucher in das Schloß geschickt, die im Schnitt zehn Euro bezahlen. Genauso läuft es im Linderhof und auf Neuschwanstein - man kann nicht einfach hinkommen und eine Eintrittskarte kaufen, sndern muß online einen - neudeutsch - „slot“ buchen. Verspätet man sich oder wird krank, verfällt alles.

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Museum: König Ludwig II. - Museum
Im Schloßbereich gbt es zwei Museen, die einen Besuch wert sind. Das wichtigere ist das König Ludwig II.Meseum, in dem nun nicht - wie in Schwangau - der originale Krnönungmantel, die originalen Pantoffeln und originales Sonstiges ausgestellt ist. Hier liegt der Schwerpunkt auf dem Werdegang und Ludwigs eigener Märchenwelt.

Erste Bezüge sind die Möbel aus der Münchner Residenz, die hier ausgestellt sind. Eine einfache Farbgebung kam nie in Frage, denn schon, als der Münchner König noch Kurfürst war, hätte er ja mal Kaiser werden können und dafür war Gold als Repräsentationsmaterial unverzichtbar. Natürlich ist alles Blattgold (üblicherweise fünf bis acht tausendstel mm Stärke) aber es ging immer um die Optik. Ein Bett war dann eben kein Bett, sondern ein Statussymbol. Daß Ludwig XIV. von Frankreich seine Macht gegenüber den ergebenen Abhängigen ausspielte, indem er sehr genau festlegte, wer beim An- und Auskleiden dabei sein durfte und wer welches Teil halten durfte, ist eine Tradition, von der Ludwig II. von Bayern nur träumen konnte - diese Machtdemonstration gab es an bayrischen Höfen nie.

Ludwigs Lieblngsfarben waren blau und gold - das merkt man an jeder Ecke.
Ludwigs Lieblngsfarben waren blau und gold - das merkt man an jeder Ecke.

Typisch ist die Austattung der Speisezimmer (wieder aus der Münchner Residenz). Gold bestimmt den Bilderrahmen, den Schrank, die Stühle, die Tischdecke und die Vorhänge. Auch hier ist die Farbgebung wieder königsblau und es ist nicht anzunehmen, daß der Schrank im Beisein des Königs geöffnet wurde, um z.B. Tischwäsche herauszunehmen. Vermutlich blieb er einfach leer, aber es war wichtig, daß ein Schrank dort stand.

Das Speisezimmer Ludwigs II. aus der Münchner Residenz
Das blau-goldene Speisezimmer Ludwigs II. aus der Münchner Residenz wird in Herrenchiemsee gezeigt

Ein weiteres Speisezimmer (aus der Münchner Residenz) hat die Farbgebung rot, die eigentlich für die Kardinalsfarbe stand. Hier geht es nur um Darstellung. Der Königsstuhl wird durch die Wandgestaltung besonders hervorgehoben und anders in Familien heute werden keine Kinder dabeigewesen sein. Königliche Mit-Esser waren aus politischen Gründen da und das Essen war ein Statusbeweis. Auch das kennt man von den Kurfürsten seit dem 15./16. Jahrhundert.

Das rot-goldene Speisezimmer Ludwigs II. aus der Münchner Residenz
Das rot-goldene Speisezimmer Ludwigs II. aus der Münchner Residenz wird ebenfalls in Herrenchiemsee gezeigt

Wenn es einen Tisch gibt, stand auch etwas auf ihm. Sowohl beim Wittelsbacher Clemens August, bei Ludwig I. und bei Ludwig II. gibt es einen ausgeprägten Sinn für teures Porzellan. Clemens August - ein Vorgänger des Königs, der neben Bayern auch das Rheinland regierte, hatte spezielles Porzellan in Meißen bestellt, bei dem aufgemalte Käfer und Insekten so täuschend echt aussahen, daß manche seiner Gäste ihr Essen lieber nicht anrührten. Porzellan aus Meissen galt schon seit Jahrhunderten als Statussymbol und die  Massen von Figuren, die man in Adelskreisen anhäufte, sollten nur darstellen, daß man genug Geld und damit genug Macht hatte. Davon gibt es hier ausgiebig zu sehen:

Ein Triton aus feinstem Meißen - aber warum?
...und eine Beschäftigung damit ist auch nicht jugendfrei...
Ein Triton aus feinstem Meißen - aber warum?
...und eine Beschäftigung damit ist auch nicht jugendfrei...

Den Triton oben links kann man ja noch mit Interesse an antiker Geschichte erklären, aber die nackten Frauen oben rechts sehen doch sehr nach privatem Gebrauch aus - ähnlich wie die Carmina Burana, eine nicht jugendfreie Sammlung von Sauf- und Liebesliedern, die zwar in einem Kloster entstanden sind, aber vermutlich eher pornographischen Zwecken gedient haben.

Nach einer guten Stunde Kitsch, Kunst und Gold verlassen wir die Ausstellung und machen Pause im Museumscafé.


Nach zwei Stunden Ludwig bracht man mal Pause - ein Café ist im Schloß untergebracht.
Nach zwei Stunden Ludwig bracht man mal Pause - ein kleines Café ist im vorderen Schloßbereich untergebracht.


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Kunst gibt es auch in einem anderen Teil des Schlosses zu sehen, in den Rohbauräumen des nördlichen (lnken) Flügels. Hier hat man das Mauerwerk nicht mehr verputzt, sondern so belassen wie es im Rohbau war. Später kamen zwar noch moderne Fenster vor die originalen Einscheibenfenster, doch die Räume haben ihren Charme behalten. es ist ein tolles Ausstellungsgebäuder, doch das was als „Pinakothek der Moderne" aus dem Mnchner Museum ausgeliehen wurde, hat uns nicht so ganz überzeugt. Es gab ein jeweils ein Exemplar von Henry Moore, ein Goya-Zitat, Joseph Beuys, Andy Warhol, Max Beckmann, Picasso, Immendorf, Richter (Gerhard, nicht Ludwig) und so weiter. Auf einem Fernseher lief in einer Endlosschleife eine englische Alphabetisierung - zu einem gezeigten Buchstaben wurde etwa ein Dutzend Mal die englische Aussrprache laut abgespielt und mir tat der Wärter soleid, der sich das den ganzen Tag anhören mußte.

Die ganze Ausstellung war betitelt „Könnt Ihr noch?“ Wir konnten nach einer Stunde nicht mehr und sind dann um Schiff gegangen.


Im linken Seitenflügel ist das Museum für moderne Kunst untergebracht.
Im linken Seitenflügel ist das Museum für moderne Kunst untergebracht -
die gegenwärtige Sommerausstellung zeigt Stücke der Münchner „Pinakothek der Moderne“




Literatur und Links
Herrenchiemsee. Museum im augustiner-Chorherrenstift, Königsschloss, König Ludwig II.-Museum.
Bayrische Schlösserverwaltung, Regensburg, 4. Aufl. 2023, ISBN 978-3-941637-79-5

Hilde Lerman. Die Braut des Märchenkönigs. Sophie von Wittelsbach. Biographischer Roman, Ehrenwirth, München 1995,
ISBN
978-3-431034-19-5

https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Chiemsee,_Bistum

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