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- zur Hansestadt
- Marienkirche - Buddenbrookhaus - Alter Hafen - Günter-Grass-Haus - Holstentor - Kolk - später mehr
- Lübeck,
die alte Hanse- und Kulturstadt, lohnt eigentlich immer einen Besuch,
wenn man im Großraum zwischen Hamburg, Kiel und Stralsund ist.
Literaten zieht es zu Thomas Manns und Günter Grass' ehemaligen
Wohnhäusern, Musikbegeisterte klappen die großen Lübecker Kirchen mit
ihren Orgeln und Organisten ab, Geschichtsinteressierte erarbeiten sich
die Strecke zwischen der Puppenbrücke, dem Holstentor und dem alten
Hafen und die Pubertiere läßt man mit ein bißchen Geld einfach über die
Breite Straße laufen - zwischen Mac Doof, Hunkemöller und Kaufhof gehen
sie nicht verloren. Ich selbst war das erste Mal um Ostern 2005 da, wir
hatten unweit der Stresemannstraße für eine Woche eine große Wohnung,
liefen jeden Tag über die Mühlenbrücke in die Altstadt und haben damals
einen ersten Überblick über die Stadt bekommen. In der Folgezeit waren
wir - meisten von Mecklenburg-Vorpommern kommend - immer mal wieder für
ein bis zwei Tage da und nun fühle ich mich so fit, einen Artikel über
die Stadt zu schreiben. Ihre große Zeit hat Lübeck als Hanse-Stadt
zweifellos hinter sich, doch sie hat natürlich viel mehr zu bieten als
nur die übliche Marienkirche und das übliche Rathaus - die sind ja in den meisten Hansestädten bis nach Stralsund irgendwo
ähnlich. Also diesmal geht es nicht um die Hanse (wer das lesen will, benutze den Link), es geht mehr um das, was etwa ab dem 17. Jahrhundert wichtig ist.
 Lübecks
sieben Türme: Jakobikirche, der Dachreiter der Katharinenkirche, die
Doppelspitze des Doms, die Doppeltürme der Marienkirche und die
Petrikirche.
- Die
beste Ansicht von Lübeck hat man natürlich vom Wasser, aber die
wenigsten kommen von der Wakenitz in die Stadt, die meisten fahren mit
dem Auto. Je nachdem, woher man kommt, sieht man die Skyline
(etwa von Hamburg kommend) oder von Lübeck-Schlutup (vom
Ostseeraum). In beiden Fällen muß man sein Auto loswerden und das geht
am besten im Bereich der Marienkirche, etwa Bückerstraße, Abzweig
Fünfhausen. Dort gibt es ein Parkhaus „St. Katharinen“, das
ausgesprochen preiswert ist und wenn man rauskommt und sich links hält,
ist man bereits an der Mengstraße. Dort hat man die Wahl zwischen dem
„Buddenbrookhaus“ und der Marienkirche, die sich praktischerweise
gegenüberliegen. Ein paar Meter weiter ist das Katharineum, die Schule auf die nicht nur Theodor Storm und Thomas Mann gegangen sind, sondern hunderte Berühmtheiten seit der Luther-Zeit.
- Am Ende der Mengstraße liegt der Alte Hafen. Das Rathaus und die Fußgängerzone
liegen ab Thomas Mann um die Ecke und zum Günter-Grass-Haus sind es nur ein
paar Minuten. Allein um die wichtigen Dinge in der Altstadt zu sehen,
braucht man bereits eine Woche. Diese Zeit sollte man sich aber nehmen.
- nach oben
- Marienkirche - Orgel - Innenraum
Die Marienkirche ist natürlich
nicht die älteste Kirche der Stadt, aber sie zeigt ein Phänomen auf,
das man eigentlich als Junge aus dem Sportunterricht kennt: Größenvergleich. Die
Geldgeber, die Lübecker Kaufleute, wollten einen Kirchturm haben, der
deutlich größer war als der des Bistums Lübeck, denn der Dom hatte
damals (1247) gut 114 Meter und die Kaufleute finanzierten „ihren“
Turm bis gut 125 Meter. Damit war er bis zur Vollendung des Kölner Doms
die höchste Doppelturmkirche der Welt (Dom: 156 Meter) und der
kirchliche Größenvergleich bedeutete für die Lübecker Kaufleute einen
gewissen Statuszuwachs und damit auch mehr
Macht gegenüber dem Bistum.

- Links die Marienkirche mit ihrem Doppelturm; rechts das Lübecker Rathaus mit der davor gesetzten Barockfassade - wie in Rostock
- Eine Legende um den Bau der Kirche gibt es auch. Danach
mogelte sich der Teufel nach der Grundsteinlegung unter die Arbeiter
und weil man ihm erzählte, es würde eine große Kneipe gebaut, mischte er
fleißig mit, bis er merkte, daß man hier nur Meßwein trinken würde. Er
wollte die Kirche zerstören, ließ sich aber dann davon abbringen, als
man ihm zusagte, direkt daneben eine Gastwirtschaft zu bauen. Die gibt es als Ratsweinkeller bis heute.
- Die Teufelsskulptur
von Rolf Goerler steht dort seit 1999 und hat bei unseren Kindern und
Enkeln jahrelang als Maßstab beim Wachsen gedient. An den blanken
Stellen kann man erkennen, daß vor allem die Hörner ständig angefaßt
werden, aber es gibt auch viele Besucher, die sich dem Teufel auf den
Schoß setzen.

Rolf Goerlers Teufel im Marienkirchhof - zum Detail klicke auf das Bild
- Orgeln der Marienkirche - zur Marienkirche - nach oben
- Im Übrigen war die Marienkirche das Ziel eines gewissen Johann Sebastian Bachs,
der 1705 zwanzigjährig zu Fuß vom etwa 400 km entfernten Arnstadt
aufbrach um den berühmten Organisten Buxtehude spielen zu hören und der
dafür seinen Urlaub so überzog, daß er fast hinausgeflogen wäre.
Buxtehude war damals 68 Jahre alt, seit 44 Jahren als
Organist an der Marienkirche angestellt, wollte sich zur Ruhe setzen und suchte einen Nachfolger.
- Es
war damals bei diesen Lebensstellungen allerdings üblich, daß der
Organist seinen Nachfolger mit der eigenen Tochter verheiratete und zum
Schwiegersohn machte, damit das Amt in der Familie blieb. Dies hatte
Buxtehude selbst bei seinem Vorgänger so getan (Franz Tunder, geb. 1614
in Lübeck, gest. am 5. November 1667 dort) und es kam gar nicht
in Frage, von dieser Tradition abzugehen. Also mußte er seine etwas
dickliche Tochter Anna Margareta seinem Nachfolger anbieten. Buxtehude
hätte 1705 zwar gerne Bach als Nachfolger gesehen, doch der war damals
in seine etwas dünnere Kusine Maria Barbara verliebt und heiratete sie
auch später. Bereits vorher, 1703, hatte Johann Mattheson seinen Freund
und Kollegen Georg Friedrich Händel wohl eher aus Neugier zu
Buxtehude begleitet. Beide hatten sich zwar pro forma für die
Stelle beworben, doch Mattheson wollte auch nicht heiraten und Händel
hatte gerade seine Karriere am Hamburger Opernhaus begonnen und
wollte wohl nur seinen Marktwert testen. Es kam also nicht zur Hochzeit
mit einem der drei Genies und so heiratete Maria Barbara zwei Jahre
später einen gewissen Johann Christian Schieferdecker, der bis 1732 in
der Marienkirche die Orgel „schlug“ (so nannte man das damals - heute
„spielt“ man sie, auch wenn es keine Spielerei ist), nachdem Buxtehude
1707 gestorben war.
- Buxtehude
und Bach spielte wohl damals auf der sogenannten „Totentanz-Orgel“, die
seit 1477 in Gebrauch war. Sie war die Orgel am „Totentanz-Altar“,
diente ursprünglich für die Totenmessen und wurde im Barock zur großen
Orgel ausgebaut - unter anderem von Friedrich Stellwagen, der auch die
große Orgel der Stralsunder Marienkirchegebaut
hat. Beim Bombenangriff auf Lübeck im März 1942 wurde die
Totentanzorgel vernichtet. Die 1985 neugebaute Nachfolgerin
(Führer-Orgel) war 2014
allerdings von Schimmelbefall bedroht, wie die Lübecker-Sonntagszeitung
am 27.7.2014 meldete. Das ist nicht nur in Lübeck ein flächendeckendes
Problem und der Grund dafür sind die ab dem 20. Jahrhundert eingebauten
Heizungen, die dafür sorgen, daß sich die Heizwärme oben bei den Orgeln
staut. Dort schlägt sich die warmfeuchte Luft als Kondenswasser
nieder, läuft in die Pfeifen und sorgt für feuchte und nasse
Tastaturen. Man kann solche Dome und Kirchen aber nicht ständig lüften.

Die Totentanzorgel - ein Nachbau des im Krieg zerstörten Originals von 1477
- Seit 2022 wurde über einen Neubau beider Orgeln diskutiert (zur Diskussion) - die Hauptorgel (Kemper-Orgel) ist seit 2025 sogar abgebaut. Weil die Kirche bis 2030 saniert werden soll, wird es eine Neubau der Orgel/n geben.
- In
der Marienkirche findet sich eine Tafel zur Ehrung Buxtehudes und die
Lübecker Musikhochschule hat etliche hervorragende Studenten, die
aufgrund der Lübecker Orgeltraditon eben hier studieren und nicht in
Köln oder in Hamburg. Die Buxtehude-Tage an der Marienkirche sind jedes
Jahr ein musikalisches Ereignis.
zur Marienkirche - nach oben
- Links
- zur Marienkirche und zur Orgel - am 15. Juni 2025 überprüft
- http://de.wikipedia.org/wiki/Marienkirche_(L%C3%BCbeck)
- hhttp://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%BCbecker_Dom
- https://www.st-marien-luebeck.de/musik/die-orgeln-an-st-marien
- https://www.shz.de/lokales/luebeck/artikel/marien-orgeln-droht-der-verfall-41448345
- http://www.shz.de/schleswig-holstein/panorama/ein-job-mit-fitnessgarantie-id562951.html
https://organindex.de/index.php?title=Lübeck,_St._Marien_(Totentanzorgel)
- Der Innenraum - zur Marienkirche - nach oben
- Das
Innere der Marienkirche ist schön, aber nicht überwältigend - bis auf
die Deckenhöhe von knapp vierzig Metern, denn damit hat diese Kirche
das höchste Backsteingewölbe der Welt (38,5 Meter). Der Gedenkstein für
Buxtehude ist einfach und das Innere ist ausgesprochen schlicht - eine
Folge der Zerstörung und des Ausbrennens von 1942. Ein paar Malereien
aus dem 13./14. Jahrhundert haben alles überstanden. Sie waren unter
dem Putz geschützt und wurden beim Reparieren und Restaurieren
entdeckt.

Das Innere der Marienkirche
- Am beeindruckendsten sind die beiden Glocken, die beim Brand
des Kirchturms herunterfielen und zersprangen. Sie liegen bis heute an
der Stelle, an der sie aufschlugen - da der Turm nur eine einzige
Zwischendeckr hatte, gab es nichts, was die tonnenschweren Glocken
aufhalten konnte.

- Bevor die Totentanzkapelle restauriert wurde, gab es eine Ausstellung der Totentanzdarstellungen, die der Kapelle ihren Namen gaben. Die Originale von 1463 mußten 1701 ersetzt werden und Restaurierung / Neuschöpfung verbrannte 1942 durch Brandbomben mit der Totentanzorgel vollständig. Es gab aber Schwarz-Weiß-Fotos des Fotographen Wilhelm Castelli, die als Vorlage einer Neufassung dienten. Etwa dreißig Meter Leinwand dieser Neuschöpfung waren 2023 hier ausgestellt.

Eine Totentanzdarstellung in der gleichnamigen Kapelle.
Lesestoff
- Zum
Thema Tod in der Marienkirche gibt es seit kurzem einen schönen Krimi
von Eva Almstädt: Ostseehölle. Nach einem Leichenfund im Glockenturm
wird nicht nur ermittelt, sondern es gibt schöne Bescheibungen der
Kirche, des Umfeldes und überhaupt der Lübecker Altstadt. Wer oft genug
da war, kann sich die beschriebenen Wege bildlich vorstellen.
Eva Almstädt: Ostseehölle. Der 21. Fall für Kommissarin Pia Korittki. Taschenbuch, Lübbe-Verlag, Köln 30. März 2026, ISBN 978-3404196562, € 13,00
zur Marienkirche - nach oben
- Buddenbrookhaus
- Thomas
Mann ist in Lübeck allgegenwärtig. Das Buddenbrookhaus ist daher nur
ein erster Einstieg in die Lübecker Bezüge in seinem Werk. Wer das Buch
“Buddenbrooks“gelesen
hat, weiß, daß es um den Niedergang einer Lübecker Kaufmannsfamile geht
und dieser Niedergang wird detailgenau beschrieben. Das Wohnhaus Thomas
Manns in der Mengstraße kann dabei als Stütze dienen, denn es ist sehr
typisch für die wohlhabenden Kaufmannsfamilien des 18. und 19.
Jahrhunderts.Die Signatur über dem Eingang beschreibt die Erbauung 1785, es gibt eine große Eingangshalle und eine viel größere „belle etage“
im ersten Stock. Die Schlafzimmer für ca. sechs bis acht Personen
liegen im zweiten Stock und vier Dienstmädchenkammern unter dem Dach.
- Nach
hinten heraus ist das Haus erheblich größer - ein Phänomen, das auch
typisch für die Professorenhäuser der Bonner Südstadt ist, weil sich
hinter dem Haus oft noch fünfzig Meter Garten verstecken. Hier gibt es
keinen Garten, aber das Haus geht etwa dreißig Meter nach hinten heraus
- man sieht es nur nicht.

- Unten
ist die Kasse und ein kleines Lädchen, oben sind die eigentlichen
Ausstellungsräume. Es geht natürlich immer um „Die Manns“, diese
Künstlerfamilie mit den schreibenden Brüdern Heinrich und Thomas, den
künstlerischen und intellektuellen Kindern Erika, Klaus, Golo, Monika,
Elisabeth, Michael, dem angeheirateteten Anhang - allein diese
Familiengeschichte ist ein eigenes Opus und es hat auch eine Verfilmung
von Heinrich Breloer gegeben, die dies hervorragend beschreibt.
- Daß
man sich die Buddenbrooks-Verfilmung ansehen sollte ist auch klar, doch
es gibt viel mehr zu entdecken - wenn auch nicht unbedingt in diesem
Hause. Ich habe als Geschichtsstudent natürlich Golo Manns
Wallenstein-Biographie gelesen, habe mich mit Klaus Manns Roman
„Mephisto“ und der Figur Gustav Gründgens auseinandergesetzt - wenn man
deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts nachvollziehen will, geht es
am besten über diese Famile.
- Kleine Details aus der Familiensaga „Buddenbrooks“ lassen sich überall in Lübeck nachvollziehen, man muß nicht lange suchen:
- Man saß im „Landschaftszimmer“, im ersten Stockwerk des weitläufigen alten Hauses in der Mengstraße, das die Firma Johann Buddenbrook vor einiger Zeit käuflich erworben hatte und das die Familie noch nicht lange bewohnte. ...
- ...
es war frühzeitig kalt geworden. Draußen, jenseits der Straße, war
schon jetzt, um die Mitte des Oktober, das Laub der kleinen Linden
vergilbt, die den Marienkirchhof
umstanden, um die mächtigen gotischen Ecken und Winkel der Kirche pfiff
der Wind, und ein feiner, kalter Regen ging hernieder. Madame
Buddenbrook, der Älteren, zuliebe hatte man die doppelten Fenster schon
eingesetzt....
- ...
- ...Das Glockenspiel von St. Marien
setzte mit einem Chorale ein: pang! ping, ping – pung! ziemlich
taktlos, so daß man nicht recht zu erkennen vermochte, was es
eigentlich sein sollte, aber doch voll Feierlichkeit, und während dann
die kleine und die große Glocke fröhlich und würdevoll erzählten, daß
es vier Uhr sei, schallte auch drunten die Glocke der Windfangtür
gellend über die große Diele...
- Manche Anspielungen auf die 1948er Revolution erklären auch die Denkweise der Kaufleute über das dumme Volk, die „Canaille“:
-
„Je,
Herr Kunsel“, sagte Corl Smolt ein bißchen eingeschüchtert; „dat is nu
allens so as dat is. Äwwer Revolutschon mött sien, dat is tau gewiß.
Revolutschon is öwerall, in Berlin und in Poris …“ -
„Smolt, wat wull Ji nu eentlich! Nu seggen Sei dat mal!“
„Je, Herr Kunsel, ick seg man bloß: wi wull nu 'ne Republike, seg ick man bloß …“
„Äwer du Döskopp … Ji heww ja schon een!“
„Je, Herr Kunsel, denn wull wi noch een!“
Doch es gibt
auch versteckte Anspielungen, z. B. die auf „Jimmerthal“, einen
Mitschüler von Tonio Krüger. Dieser Jimmerthal (1809-1886) war von 1845
bis 1886 Organist an der Marienkirche, hat im Roman allerdings den
Namen Edmund Pfühl und spielt - skandalös - „neue Musik“ (Richard
Wagner) - kurz gesagt Buddenbrook ist Lübeck und Lübeck ist
Buddenbrook. Eigentlich kann man mit dem Buch in der Hand durch die
Innenstadt laufen.
- Links zur Familie Mann - am 14. Juni 2026 überprüft
- Thomas, Katia und Heinrich Mann
- http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Manns_%E2%80%93_Ein_Jahrhundertroman
- http://www.youtube.com/watch?v=-yjMWFuUIrU
- http://de.wikipedia.org/wiki/Buddenbrooks_(2008)
- Buddenbrooks
- http://www.st-marien-luebeck.de/hermann-jimmerthal.html
- Das Literarische Quartett �ber Thomas Mann
- http://www.youtube.com/watch?v=TzPaFl1H-Ts
- Erika Mann
- http://www.youtube.com/watch?v=S3U2etJ2XFc
- Klaus Mann
- http://de.wikipedia.org/wiki/Mephisto_(Film)
- nach oben
- Alter Hafen
- Zum
Hafen kommt man, wenn man die Mengstraße hinuntergeht, doch weil Lübeck
vom Wasser der Trave und Wakenitz umschlossen ist, gibt es
logischerweise viele Häfen, die Platz für alte Schiffe bieten. Ein
reiner Museumshafen ist es nicht, weil man die Schiffe auch mieten kann
und ab und zu legt hier auch ein privater Eigner an.
Der alte Hafen am Ende der Mengstraße
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Das Günter-Grass-HausGünter Grass,
die extreme Mehrfachbegabung von Schriftsteller, Zeichner und
Bildhauer, hat die letzten drei Lebensjahrzehnte in Behlendorf und in
Lübeck verbracht und dort gab es schon seit 2002 das Günter Grass-Haus,
in dem ich ihn ein paarmal gesehen habe. Dieses Haus war bis zu seinem
Tod 2015 Atelier, Wohnung und Verkaufsraum in einem. Es liegt in der
Nähe der Katharinenkirche, die längst ein Museum ist, aber immer noch
eine gute Wegmarke.
Wenn man von der Breiten Straße vom Rathaus zu Thomas Mann kommend am
Ende der Straße rechts ab in die Pfaffenstraße geht, wird ab St.
Katharinen aus der Pfaffenstraße die Glockengießerstraße. Am Haus
selber geht man am Butt vorbei und findet im eigentlichen Museum
Skizzen, Bilder, Skulpturen und Manuskripte bis zum Abwinken.

Günter Grass' „Butt“ im Eingangsberich des Grass-Museums
Für Literaturfans ist das Grass-Haus eine Offenbarung, für
Kunstliebhaber ebenfalls. Im Regal stehen fast alle Romane - einige als
Erstausgabe und über einen der letzten Romane, die „Zwiebel“, habe ich
mal geschrieben.
Bei einem Besuch in den Nullerjahren nahmen wir für kleines Geld
(ein paar Hunnis) einen Röteldruck des „Butt“ mit, handsigniert
in
kleiner Auflage. Seit Grass' Tod ist aus diesem Bild eine Kapitalanlage
geworden, an der wir uns täglich erfreuen - ein Stück Grass eben.
Günter Grass-Haus. Glockengießerstraße 21, 23552 Lübeck
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Das Holstentor
Das Holstentor erreicht man -
wieder über die Breite Straße, die Marienkirche und das Thomas
Mann-Haus im Rücken links am Rathaus vorbei bis zur Kreuzung am
Kohlmarkt. Dort geht man rechts in die Holstenstraße und ist nach
hundert Meter am Ziel. Das Tor steht heute mittenauf der Wiese, aber
ursprünglch war es der westliche Zugang durch die Stadtmauer und hatte
seine Berechtigung. Ich kenne es seit der Kindheit als Rückseite des
braunen Fünzig-Mark-Scheins, habe es aber erst mit meine Kindern
zusammen das erste Mal gesehen. Da war es eingerüstet und sah nicht wie
ein mittelalterliches Stadttor aus, sondern wie eine moderne Baustelle.
Noch später - wieder ohne Kinder - war auch Zeit, das im Inneren
liegende Museum zu besuchen.

Das Holstenor nach der Restaurierung 2009 - zur Detailansicht des Durchgangs auf das Bild klicken
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Der Kolk

Fast so eng wie die ¡Schnoor“ in Bremen: Der Kolk
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