Homepage Martin Schlu Lübeck - Stadt der sieben Türme
Text und Fotos: @ Martin Schlu seit 2005,  Stand: 15. Juni 2025

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Marienkirche - Buddenbrookhaus - Alter Hafen - Günter-Grass-Haus - Holstentor - Kolk - später mehr

Lübeck, die alte Hanse- und Kulturstadt, lohnt eigentlich immer einen Besuch, wenn man im Großraum zwischen Hamburg, Kiel und Stralsund ist. Literaten zieht es zu Thomas Manns und Günter Grass' ehemaligen Wohnhäusern, Musikbegeisterte klappen die großen Lübecker Kirchen mit ihren Orgeln und Organisten ab, Geschichtsinteressierte erarbeiten sich die Strecke zwischen der Puppenbrücke, dem Holstentor und dem alten Hafen und die Pubertiere läßt man mit ein bißchen Geld einfach über die Breite Straße laufen - zwischen Mac Doof, Hunkemöller und Kaufhof gehen sie nicht verloren. Ich selbst war das erste Mal um Ostern 2005 da, wir hatten unweit der Stresemannstraße für eine Woche eine große Wohnung, liefen jeden Tag über die Mühlenbrücke in die Altstadt und haben damals einen ersten Überblick über die Stadt bekommen. In der Folgezeit waren wir - meisten von Mecklenburg-Vorpommern kommend - immer mal wieder für ein bis zwei Tage da und nun fühle ich mich so fit, einen Artikel über die Stadt zu schreiben. Ihre große Zeit hat Lübeck als Hanse-Stadt zweifellos hinter sich, doch sie hat natürlich viel mehr zu bieten als nur die übliche Marienkirche und das übliche Rathaus - die sind ja in den meisten Hansestädten bis nach Stralsund irgendwo ähnlich. Also diesmal geht es nicht um die Hanse (wer das lesen will, benutze den Link), es geht mehr um das, was etwa ab dem 17. Jahrhundert wichtig ist.

Lübecks sieben Türme: Jakobikirche, der Dachreiter der Katharinenkirche, die Doppelspitze des Doms, die Doppeltürme der Marienkirche und die Petrikirche.
Lübecks sieben Türme: Jakobikirche, der Dachreiter der Katharinenkirche, die Doppelspitze des Doms, die Doppeltürme der Marienkirche und die Petrikirche.
Die beste Ansicht von Lübeck hat man natürlich vom Wasser, aber die wenigsten kommen von der Wakenitz in die Stadt, die meisten fahren mit dem Auto.  Je nachdem, woher man kommt, sieht man die Skyline (etwa von Hamburg kommend) oder von Lübeck-Schlutup (vom Ostseeraum). In beiden Fällen muß man sein Auto loswerden und das geht am besten im Bereich der Marienkirche, etwa Bückerstraße, Abzweig Fünfhausen. Dort gibt es ein Parkhaus „St. Katharinen“, das ausgesprochen preiswert ist und wenn man rauskommt und sich links hält, ist man bereits an der Mengstraße. Dort hat man die Wahl zwischen dem „Buddenbrookhaus“ und der Marienkirche, die sich praktischerweise gegenüberliegen. Ein paar Meter weiter ist das Katharineum, die Schule auf die nicht nur Theodor Storm und Thomas Mann gegangen sind, sondern hunderte Berühmtheiten seit der Luther-Zeit.

Am Ende der Mengstraße liegt der Alte Hafen. Das Rathaus und die Fußgängerzone liegen ab Thomas Mann um die Ecke und zum Günter-Grass-Haus sind es nur ein paar Minuten. Allein um die wichtigen Dinge in der Altstadt zu sehen, braucht man bereits eine Woche. Diese Zeit sollte man sich aber nehmen.

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Marienkirche - Orgel - Innenraum
Die Marienkirche ist natürlich nicht die älteste Kirche der Stadt, aber sie zeigt ein Phänomen auf, das man eigentlich als Junge aus dem Sportunterricht kennt: Größenvergleich. Die Geldgeber, die Lübecker Kaufleute, wollten einen Kirchturm haben, der deutlich größer war als der des Bistums Lübeck, denn der Dom hatte damals  (1247) gut 114 Meter und die Kaufleute finanzierten „ihren“ Turm bis gut 125 Meter. Damit war er bis zur Vollendung des Kölner Doms die höchste Doppelturmkirche der Welt (Dom: 156 Meter) und der kirchliche Größenvergleich bedeutete für die Lübecker Kaufleute einen gewissen Statuszuwachs und damit auch mehr Macht gegenüber dem Bistum.  

links: die Marienkirche, rechts das Rathaus mit der davor gesetzten Barockfassade - wie in Rostock
Links die Marienkirche  mit ihrem Doppelturm; rechts das Lübecker Rathaus mit der davor gesetzten Barockfassade - wie in Rostock
Eine Legende um den Bau der Kirche gibt es auch. Danach mogelte sich der Teufel nach der Grundsteinlegung unter die Arbeiter und weil man ihm erzählte, es würde eine große Kneipe gebaut, mischte er fleißig mit, bis er merkte, daß man hier nur Meßwein trinken würde. Er wollte die Kirche zerstören, ließ sich aber dann davon abbringen, als man ihm zusagte, direkt daneben eine Gastwirtschaft zu bauen. Die gibt es als Ratsweinkeller bis heute.

Die Teufelsskulptur von Rolf Goerler steht dort seit 1999 und hat bei unseren Kindern und Enkeln jahrelang als Maßstab beim Wachsen gedient. An den blanken Stellen kann man erkennen, daß vor allem die Hörner ständig angefaßt werden, aber es gibt auch viele Besucher, die sich dem Teufel auf den Schoß setzen.

Rolf Goerlers Teufel im Lübecker Marienkirchhof
Rolf Goerlers
Teufel im Marienkirchhof - zum Detail klicke auf das Bild
Orgeln der Marienkirche - zur Marienkirche - nach oben
Im Übrigen war die Marienkirche das Ziel eines gewissen Johann Sebastian Bachs, der 1705 zwanzigjährig zu Fuß vom etwa 400 km entfernten Arnstadt aufbrach um den berühmten Organisten Buxtehude spielen zu hören und der dafür seinen Urlaub so überzog, daß er fast hinausgeflogen wäre. Buxtehude war damals 68 Jahre alt,  seit 44 Jahren als Organist an der Marienkirche angestellt, wollte sich zur Ruhe setzen und suchte einen Nachfolger.

Es war damals bei diesen Lebensstellungen allerdings üblich, daß der Organist seinen Nachfolger mit der eigenen Tochter verheiratete und zum Schwiegersohn machte, damit das Amt in der Familie blieb. Dies hatte Buxtehude selbst bei seinem Vorgänger so getan (Franz Tunder, geb. 1614 in Lübeck, gest. am  5. November 1667 dort) und es kam gar nicht in Frage, von dieser Tradition abzugehen. Also mußte er seine etwas dickliche Tochter Anna Margareta seinem Nachfolger anbieten. Buxtehude hätte 1705 zwar gerne Bach als Nachfolger gesehen, doch der war damals in seine etwas dünnere Kusine Maria Barbara verliebt und heiratete sie auch später. Bereits vorher, 1703, hatte Johann Mattheson seinen Freund und Kollegen Georg Friedrich Händel wohl eher aus Neugier zu Buxtehude  begleitet. Beide hatten sich zwar pro forma für die Stelle beworben, doch Mattheson wollte auch nicht heiraten und Händel hatte gerade seine Karriere am  Hamburger Opernhaus begonnen und wollte wohl nur seinen Marktwert testen. Es kam also nicht zur Hochzeit mit einem der drei Genies und so heiratete Maria Barbara zwei Jahre später einen gewissen Johann Christian Schieferdecker, der bis 1732 in der Marienkirche die Orgel „schlug“ (so nannte man das damals - heute „spielt“ man sie, auch wenn es keine Spielerei ist), nachdem Buxtehude 1707 gestorben war.

Buxtehude und Bach spielte wohl damals auf der sogenannten „Totentanz-Orgel“, die seit 1477 in Gebrauch war. Sie war die Orgel am „Totentanz-Altar“, diente ursprünglich für die Totenmessen und wurde im Barock zur großen Orgel ausgebaut - unter anderem von Friedrich Stellwagen, der auch die große Orgel der Stralsunder Marienkirchegebaut hat. Beim Bombenangriff auf Lübeck im März 1942 wurde die Totentanzorgel vernichtet. Die 1985 neugebaute Nachfolgerin (Führer-Orgel) war 2014 allerdings von Schimmelbefall bedroht, wie die Lübecker-Sonntagszeitung am 27.7.2014 meldete. Das ist nicht nur in Lübeck ein flächendeckendes Problem und der Grund dafür sind die ab dem 20. Jahrhundert eingebauten Heizungen, die dafür sorgen, daß sich die Heizwärme oben bei den Orgeln staut. Dort schlägt sich die warmfeuchte Luft als  Kondenswasser nieder, läuft in die Pfeifen und sorgt für feuchte und nasse Tastaturen. Man kann solche Dome und Kirchen aber nicht ständig lüften.
Die Totentanzorgel - ein Nachbau des im Krieg zerstörten Originals von 1477
Die Totentanzorgel - ein Nachbau des im Krieg zerstörten Originals von 1477


Seit 2022 wurde über einen Neubau  beider Orgeln diskutiert (zur Diskussion) - die Hauptorgel (Kemper-Orgel) ist seit 2025 sogar abgebaut. Weil die Kirche bis 2030 saniert werden soll, wird es eine Neubau der Orgel/n geben.

In der Marienkirche findet sich eine Tafel zur Ehrung Buxtehudes und die Lübecker Musikhochschule hat etliche  hervorragende Studenten, die aufgrund der Lübecker Orgeltraditon eben hier studieren und nicht in Köln oder in Hamburg. Die Buxtehude-Tage an der Marienkirche sind jedes Jahr ein musikalisches Ereignis.

zur Marienkirche - nach oben

Links
zur Marienkirche und zur Orgel - am 15. Juni 2025 überprüft
http://de.wikipedia.org/wiki/Marienkirche_(L%C3%BCbeck)
hhttp://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%BCbecker_Dom 
https://www.st-marien-luebeck.de/musik/die-orgeln-an-st-marien
https://www.shz.de/lokales/luebeck/artikel/marien-orgeln-droht-der-verfall-41448345
http://www.shz.de/schleswig-holstein/panorama/ein-job-mit-fitnessgarantie-id562951.html
https://organindex.de/index.php?title=Lübeck,_St._Marien_(Totentanzorgel)

Der Innenraum - zur Marienkirche - nach oben
Das Innere der Marienkirche ist schön, aber nicht überwältigend - bis auf die Deckenhöhe von knapp vierzig Metern, denn damit hat diese Kirche das höchste Backsteingewölbe der Welt (38,5 Meter). Der Gedenkstein für Buxtehude ist einfach und das Innere ist ausgesprochen schlicht - eine Folge der Zerstörung und des Ausbrennens von 1942. Ein paar Malereien aus dem 13./14. Jahrhundert haben alles überstanden. Sie waren unter dem Putz geschützt und wurden beim Reparieren und Restaurieren entdeckt.

Das Innere der Marienkirche
Das Innere der Marienkirche

Am beeindruckendsten sind die beiden Glocken, die beim Brand des Kirchturms herunterfielen und zersprangen. Sie liegen bis heute an der Stelle, an der sie aufschlugen - da der Turm nur eine einzige Zwischendeckr hatte, gab es nichts, was die tonnenschweren Glocken aufhalten konnte.
Die beiden zersprungenen Glocken aus dem ausgebrannten Glockenstuhl.
Bevor die Totentanzkapelle restauriert wurde, gab es eine Ausstellung der Totentanzdarstellungen, die der Kapelle ihren Namen gaben. Die Originale von 1463 mußten 1701 ersetzt werden und  Restaurierung / Neuschöpfung verbrannte 1942 durch Brandbomben mit der Totentanzorgel vollständig. Es gab aber Schwarz-Weiß-Fotos des Fotographen Wilhelm Castelli, die als Vorlage einer Neufassung dienten. Etwa dreißig Meter Leinwand dieser Neuschöpfung waren 2023 hier ausgestellt.

Eine Totentanzdarstellung in der gleichnamigen Kapelle.
Eine Totentanzdarstellung in der gleichnamigen Kapelle.

Lesestoff
Zum Thema Tod in der Marienkirche gibt es seit kurzem einen schönen Krimi von Eva Almstädt: Ostseehölle. Nach einem Leichenfund im Glockenturm wird nicht nur ermittelt, sondern es gibt schöne Bescheibungen der Kirche, des Umfeldes und überhaupt der Lübecker Altstadt. Wer oft genug da war, kann sich die beschriebenen Wege bildlich vorstellen.

Eva Almstädt: Ostseehölle. Der 21. Fall für Kommissarin Pia Korittki. Taschenbuch, Lübbe-Verlag, Köln 30. März 2026, ISBN 978-3404196562, € 13,00 

zur Marienkirche - nach oben

Buddenbrookhaus
Thomas Mann ist in Lübeck allgegenwärtig. Das Buddenbrookhaus ist daher nur ein erster Einstieg in die Lübecker Bezüge in seinem Werk. Wer das Buch “Buddenbrooks“gelesen hat, weiß, daß es um den Niedergang einer Lübecker Kaufmannsfamile geht und dieser Niedergang wird detailgenau beschrieben. Das Wohnhaus Thomas Manns in der Mengstraße kann dabei als Stütze dienen, denn es ist sehr typisch für die wohlhabenden Kaufmannsfamilien des 18. und 19. Jahrhunderts.Die Signatur über dem Eingang beschreibt die Erbauung 1785, es gibt eine große Eingangshalle und eine viel größere „belle etage“ im ersten Stock. Die Schlafzimmer für ca. sechs bis acht Personen liegen im zweiten Stock und vier Dienstmädchenkammern unter dem Dach.

Nach hinten heraus ist das Haus erheblich größer - ein Phänomen, das auch typisch für die Professorenhäuser der Bonner Südstadt ist, weil sich hinter dem Haus oft noch fünfzig Meter Garten verstecken. Hier gibt es keinen Garten, aber das Haus geht etwa dreißig Meter nach hinten heraus - man sieht es nur nicht.



Unten ist die Kasse und ein kleines Lädchen, oben sind die eigentlichen Ausstellungsräume. Es geht natürlich immer um „Die Manns“, diese Künstlerfamilie mit den schreibenden Brüdern Heinrich und Thomas, den künstlerischen und intellektuellen Kindern Erika, Klaus, Golo, Monika, Elisabeth, Michael, dem angeheirateteten Anhang - allein diese Familiengeschichte ist ein eigenes Opus und es hat auch eine Verfilmung von Heinrich Breloer gegeben, die dies hervorragend beschreibt.

Daß man sich die Buddenbrooks-Verfilmung ansehen sollte ist auch klar, doch es gibt viel mehr zu entdecken - wenn auch nicht unbedingt in diesem Hause. Ich habe als Geschichtsstudent natürlich Golo Manns Wallenstein-Biographie gelesen, habe mich mit Klaus Manns Roman „Mephisto“ und der Figur Gustav Gründgens auseinandergesetzt - wenn man deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts nachvollziehen will, geht es am besten über diese Famile.

Kleine Details aus der Familiensaga „Buddenbrooks“ lassen sich überall in Lübeck nachvollziehen, man muß nicht lange suchen:
Man saß im „Landschaftszimmer“, im ersten Stockwerk des weitläufigen alten Hauses in der Mengstraße, das die Firma Johann Buddenbrook vor einiger Zeit käuflich erworben hatte und das die Familie noch nicht lange bewohnte. ...
...  es war frühzeitig kalt geworden. Draußen, jenseits der Straße, war schon jetzt, um die Mitte des Oktober, das Laub der kleinen Linden vergilbt, die den Marienkirchhof umstanden, um die mächtigen gotischen Ecken und Winkel der Kirche pfiff der Wind, und ein feiner, kalter Regen ging hernieder. Madame Buddenbrook, der Älteren, zuliebe hatte man die doppelten Fenster schon eingesetzt.... 
...
...Das Glockenspiel von St. Marien setzte mit einem Chorale ein: pang! ping, ping – pung! ziemlich taktlos, so daß man nicht recht zu erkennen vermochte, was es eigentlich sein sollte, aber doch voll Feierlichkeit, und während dann die kleine und die große Glocke fröhlich und würdevoll erzählten, daß es vier Uhr sei, schallte auch drunten die Glocke der Windfangtür gellend über die große Diele...
Manche Anspielungen auf die 1948er Revolution erklären auch die Denkweise der Kaufleute über das dumme Volk, die „Canaille“:
„Je, Herr Kunsel“, sagte Corl Smolt ein bißchen eingeschüchtert; dat is nu allens so as dat is. Äwwer Revolutschon mött sien, dat is tau gewiß. Revolutschon is öwerall, in Berlin und in Poris …“
Smolt, wat wull Ji nu eentlich! Nu seggen Sei dat mal!“
Je, Herr Kunsel, ick seg man bloß: wi wull nu 'ne Republike, seg ick man bloß …“
„Äwer du Döskopp … Ji heww ja schon een!“
Je, Herr Kunsel, denn wull wi noch een!“
Doch es gibt auch versteckte Anspielungen, z. B. die auf „Jimmerthal“, einen Mitschüler von Tonio Krüger. Dieser Jimmerthal (1809-1886) war von 1845 bis 1886 Organist an der Marienkirche, hat im Roman allerdings den Namen Edmund Pfühl und spielt - skandalös - „neue Musik“ (Richard Wagner) - kurz gesagt Buddenbrook ist Lübeck und Lübeck ist Buddenbrook. Eigentlich kann man mit dem Buch in der Hand durch die Innenstadt laufen.

Links zur Familie Mann - am 14. Juni 2026 überprüft

Thomas, Katia und Heinrich Mann
http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Manns_%E2%80%93_Ein_Jahrhundertroman
http://www.youtube.com/watch?v=-yjMWFuUIrU 
http://de.wikipedia.org/wiki/Buddenbrooks_(2008) 

Buddenbrooks
http://www.st-marien-luebeck.de/hermann-jimmerthal.html 

Das Literarische Quartett �ber Thomas Mann
http://www.youtube.com/watch?v=TzPaFl1H-Ts 

Erika Mann
http://www.youtube.com/watch?v=S3U2etJ2XFc  

Klaus Mann
http://de.wikipedia.org/wiki/Mephisto_(Film) 

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Alter Hafen
Zum Hafen kommt man, wenn man die Mengstraße hinuntergeht, doch weil Lübeck vom Wasser der Trave und Wakenitz umschlossen ist, gibt es logischerweise viele Häfen, die Platz für alte Schiffe bieten. Ein reiner Museumshafen ist es nicht, weil man die Schiffe auch mieten kann und ab und zu legt hier auch ein privater Eigner an.

Der alte Hafen am Ende der Mengstraße
Der alte Hafen am Ende der Mengstraße
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Das Günter-Grass-Haus
Günter Grass, die extreme Mehrfachbegabung von Schriftsteller, Zeichner und Bildhauer, hat die letzten drei Lebensjahrzehnte in Behlendorf und in Lübeck verbracht und dort gab es schon seit 2002 das Günter Grass-Haus, in dem ich ihn ein paarmal gesehen habe. Dieses Haus war bis zu seinem Tod 2015 Atelier, Wohnung und Verkaufsraum in einem. Es liegt in der Nähe der Katharinenkirche, die längst ein Museum ist, aber immer noch eine gute Wegmarke. 

Wenn man von der Breiten Straße vom Rathaus zu Thomas Mann kommend am Ende der Straße rechts ab in die Pfaffenstraße geht, wird ab St. Katharinen aus der Pfaffenstraße die Glockengießerstraße. Am Haus selber geht man am Butt vorbei und findet im eigentlichen Museum Skizzen, Bilder, Skulpturen und Manuskripte bis zum Abwinken.

Günter Grass' „Butt“ im Eingangsberich des Grass-Museums
Günter Grass' „Butt“ im Eingangsberich des Grass-Museums

Für Literaturfans ist das Grass-Haus eine Offenbarung, für Kunstliebhaber ebenfalls. Im Regal stehen fast alle Romane - einige als Erstausgabe und über einen der letzten Romane, die „Zwiebel“, habe ich mal geschrieben.

Bei einem Besuch in den Nullerjahren nahmen wir für kleines Geld (ein paar Hunnis) einen Röteldruck des „Butt“  mit, handsigniert in kleiner Auflage. Seit Grass' Tod ist aus diesem Bild eine Kapitalanlage geworden, an der wir uns täglich erfreuen - ein Stück Grass eben.

Günter Grass-Haus. Glockengießerstraße 21,   23552 Lübeck

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Das Holstentor
Das Holstentor erreicht man - wieder über die Breite Straße, die Marienkirche und das Thomas Mann-Haus im Rücken links am Rathaus vorbei bis zur Kreuzung am Kohlmarkt. Dort geht man rechts in die Holstenstraße und ist nach hundert Meter am Ziel. Das Tor steht heute mittenauf der Wiese, aber ursprünglch war es der westliche Zugang durch die Stadtmauer und hatte seine Berechtigung. Ich kenne es seit der Kindheit als Rückseite des braunen Fünzig-Mark-Scheins, habe es aber erst mit meine Kindern zusammen das erste Mal gesehen. Da war es eingerüstet und sah nicht wie ein mittelalterliches Stadttor aus, sondern wie eine moderne Baustelle. Noch später - wieder ohne Kinder -  war auch Zeit, das im Inneren liegende Museum zu besuchen.

Das Holstenor nach der Restaurierung
Das Holstenor nach der Restaurierung 2009 - zur Detailansicht des Durchgangs auf das Bild klicken



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Der Kolk
Fast so eng wie die „Schnoor“ in Bremen: Der Kolk
Fast so eng wie die ¡Schnoor“ in Bremen: Der Kolk

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