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Murano, die Glasbläserinsel
Text und Fotos: Martin Schlu, Stand 26. Oktober 2026
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Murano
ist eine der Gelderwerbsquellen, mit denen Venedig mal reich geworden
ist. Bis vor 200 Jahren war es den Glasbläsern bei Todesstrafe
verboten, aus den Diensten der „Serenissima“ zu flüchten, weil Venedig
in der Glasherstellung ein Monopol hatte, das buchstäblich Gold wert
war. Wer es dennoch versuchte, wurde von den „Sbirri“
, einer Art Geheimpolizei, sein Leben lang gejagt - meistens wurde
dieses Leben im Auftrag Venedigs beendet, weil tote Glasbläser keine
Staatsgeheimnisse ausplaudern konnten.
Murano im Abendlicht (Okt. 2015)Heute ist es leichter von der Insel zu kommen (Linie 4.1, 4.2, 5.1) und die Hälfte des in den Läden verkauften Kitsches kommt nicht mehr aus Murano sondern aus China. Dennoch gibt es das Murano-Glas noch und die guten Stücke gibt es von 100.- Euro an aufwärts. Ein Glasanhänger für EUR 5.- kann nicht echtes Murano-Glas sein - meinen Kindern gefällt es trotzdem und die Preise sind so wie rund um San Marco. Weil die Verkehrsverbindungen nach Venedig heute besser sind als vor 200 Jahren und man auch wieder zurück darf, leben heute auch wieder mehr Menschen dort als früher - sogar einen Supermarkt gibt es (coop) und die Pizzeria an der Kirche ist brauchbar. Dabei gibt es außer dieser Pizzeria eigentlich nur einen Grund nach Murano zu kommen: weil man eine Glasbläserei besichtigen will. Anders als die Glasbläser auf den Weihnachtsmärkten arbeiten die zwar auch nicht - aber erheblich besser und dafür nehmen sie auch mehr Geld. ![]() Glasbläser bei Gino Mazzuccato beim Aufblasen eines Glasballons (Oktober 2022) Sollte man auf mundgeblasene erotische Glaskunst oder handgefertigte verkitschte Gartenzwerge aus Glas stehen - nur zu. Wenn man einen vierstelligen Betrag investiert, bekommt man auch gute Kunst, aber die sollte man sich dann nach Hause schicken lassen. Alles ist möglich und alles ist zu bekommen, sogar von den Glasbläserbetrieben auf Murano (Kreditkarte angenehm, Kreditlinie nach Bedarf...) ![]() Auch ein Glasorchester könnte man sich kaufen - für das Geld würden aber auch echte Musiker spielen. |
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