Hompeage Martin Schlu
Bregenz und die Festspiel
Text und Fotos: Martin Schlu, Stand: 4. August  2024

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Bregenz kannte ich als Grenzstadt zu Österreich (von Lindau aus) und später hörte ich immer wieder von den Festspielen, konnte mir aber nichts Richtiges darunter vorstellen und solange ein Haufen Kinder, meine Frau und ich auch jeden Tag in die Schule mußten, liefen die Festspiel eher unter „Na, ja, das gibt es auch!“ Irgendwann war die Schule für uns alle Geschichte, meine Frau buchte im Jnauar 2020 den Rigoletto, wir freuten uns darauf - und dann kam Corona.

Die Festspielleitung erstattete alle Tickets, doch das Bühnenbild blieb stehen und wurde nicht abgebaut, weil man ja die Spielzeit 2022 vielleicht noch spielen konnte, doch wir hatten die Woche Bregenz bereits gebucht. Wir machten dann eben ein paar Tage Bregenz ohne Oper und natürlich gingen wir zum Festspielhaus, sahen den riesigen Kopf der Rigoletto-Figur - übrigens konnte man sie vom benachbarten Lochau und dem Hausberg, dem Pfänder, immer noch gut erkennen - und als die DVF erschien, wurde sie geguckt und ganz begeistert besprach ich mit meinen zehnten Klassen die Hintergründe („mee too“ war d amals ganz aktuell) und zegte, was Philipp Stölz da als Regisseur zustande gebracht hatte. Seitdem bin ich Stölzl-Fan und etwas fünfzig Schülerinnen und Schüler fanden Oper auf einmal gut.

das Bühnenbild bei Tag - während des Corona-Sommers 2020
Das Bühnenbild bei Tag - während des Corona-Sommers 2020. Foto: Susanne Coburger-Schlu, 2020

2022 kam dann kein Rigoletto mehr, sondern Puccinis „Mdame Butterfly“ wurde inszeniert, doch das klappte auch noch nicht, weil die Karten schon weg waren, ehe wir  buchen konnten und wir sahen die Oper dann in Bonn - ebenfalls spitzenmäßig, wenn auch nicht vor zehntausend Menschen auf einmal, sondern in fünf Aufführungen. Auch hier war die DVD nötig, wurde im Unterricht eingesetzt und wieder wurden ein paar Dutzend Jugendliche für die Oper angefixt. Dann wurde ich pensioniert.

2024 sollte wieder Philipp Stölz inszenieren und da war klar, daß wir hinfahren. Mittlerweile waren die beiden Enkelmädchen alt genug, wurden ein bißchen vorbereitet, soweit ihnen Instagram, TikkTok und Duolingo Zeit ließen und außer dem Handy noch ein bißchen Lebenszeit übrig blieb. Vor, währedn und nch der Aufführung waren wir uns nicht sicher, ob und was bei ihnen hängenbleiben würde, aber es gab zumindest Reaktionen, als ich die Jüngere auf dem Schoß sitzen hatte, weil die Wolfsschluchtszene wirklich gruselig war. Das ist ja der Reiz hier: Die Oper fängt immer in der Dämmerung an und beim Finale kann es zappenduster werden.

Die Seebühne 2024 bei der „Freischütz“-Inszenierung von Philipp Stözl
Die Seebühne 2024 bei der „Freischütz“-Inszenierung von Philipp Stözl