Hompeage Martin Schlu
Frankreich und ich   (in Arbeit, Stand: 3. Mai  2026)

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Einführung


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Das erste Mal hatte ich Kontakt mit der grande nation, als ich pubertär (Obertertia = 9. Klasse) ein viertes Haupfach wählen mußte und die Alternative zwischen Französisch und Sozialwissenschaften hatte. Man hatte uns gesagt,  es sollten nur jene das Fach wählen, die in Englisch etwa Zwei stehen würden und das traf auf mich nicht zu. Motivationsbedingt wechselte ich in diesem Fach immer zwischen drei und fünf - mal hierhin taumelnd, mal dorthin stolpernd - und eine dritte Fremdsprache (ich hatte ja auch noch Latein) erschien mir so nötig wie dem Fisch ein Fahrrad. Aus Erfahrung wußte ich, daß ich gut im Labern war und Sozialwissenschaft erschien mir deswegen als optimales Fach, das wenig Arbeit versprach. Ich wählte also nicht Französisch, weil ich mir nicht vorstellen konnte, daß ich es jemals brauchen würde.

Ein paar Monate später, im November 1974, hatte ich trotzdem meine erstes Frankreich-Erlebnis, denn der Jugendchor, in dem ich sang, fuhr nach Berck sur mer in der Normandie, der Partnerstadt von Bad Honnef, wo ich zur Schule ging. Ich wurde alleine in einer Arztfamilie untergebracht, konnte absolut kein Französisch und der Vater des Hauses, ein älterer Arzt, sprach kein einziges Wort Deutsch außer „Boche“, dem Schimpfwort für Deutsche, das man mit „Kartoffelkopp“ oder „Dickschädel“ übersetzen kann. Wir retteten uns ins Lateinische. „Mihi cenandum est“ sagte ich (ich muß was essen) und „veni in cucina“ antwortete er mir (geh halt in die Küche) - da bereute ich meine Wahlentscheidung das erste Mal.

Berck sur mer wurde später mit dem Chor noch öfter besucht und ich machte meine Erfahrungen mit fromage in  der dortigen Markthalle. Es gab unzählige gut aussehende und gut riechende Käse. Ich schaute fasziniert auf einen schneeweißen Käse, kaufte radebrechend ein halbes Pfund davon (die Franzosen sprachen etwa so schlecht Englisch wie ich Französisch). Ulrike aus dem Chor parlierte halbwegs flüssig
und deutete an, sich abends mit mir auf ein Käse-Picknick am Meer treffen zu wollen (es war November). Als ich mich mit Ulrike am Meer traf, wurde es aber nicht so kuschelig wie gedacht und außerdem entpuppte sich der Käse als Butter, die man nicht pur essen konnte. Da habe ich wieder mein fehlendes Französisch verflucht.

Ausblick von Sacre Ceoer auf St. Sulpice
Ausblick von Sacre Coeur auf St. Sulpice

Im Studium mußte ich auf Französisch singen, französische Komponisten spielen und französische Fachliteratur irgendwie verstehen und so näherte ich mich Frankreich immer weiter an. Mit dem Unichor und -orchester fuhren wir nach Paris, sangen in St. Sulpice auf dem Montmartre und in Notre-Dame und ich schnappte peu á peu  mehr von der Sprache auf. Ich kann sie heute immer noch nicht gut, ich lerne weiter, doch ich werde noch oft nach Frankreich fahren müssen, bis ich Französisch halbwegs kann.

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