Hompeage Martin Schlu
Durch die Normandie   Stand: 3. Mai  2026
Text und  Fotos:  Martin Schlu


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Étretat


Die Normandie hat ihren Namen von den Nordmännern Norwegens, Seefahrts- und kampferprobten Wikingern, die ausgehend von den nördlichen Gefllden ab dem siebten Jahrhundert nach und nach den gesamten Nordsee- und Ostseeraum eroberten, Handel trieben und irgendwann seßhaft wurden. Ihre nautischen Leistungen waren beträchtlich. So steht in Reykjavik auf der höchsten Erhebung der Stadt heute ein Denkmal für den Wikinger Leif Eriksson, der um das Jahr 1000 bis nach Amerika vorstieß, ohne zu verkünden, er habe ein neues Land entdeckt. Da war der regelmäßige Besuch an Frankreichs Nordstrand eher eine Fingerübung und weil die Wikinger auch gute Geschäftsleute waren, handelten sie mit allem, was es an den Märkten der Handelspartner nicht gab, woanders aber leicht zu rauben oder irgendwie zu beschaffen war: Wolle aus England, Pelze aus dem Baltikum oder Schmuck aus der Levante. Der Handel zwischen den Nordländern, dem heutigen England und der Nordküste Frankeich florierte so, daß die Wikinger irgendwann seßhaft wurden und den Grundstock für das heutige Frankreich legten. 

Denkmal für Erik den Roten vor der Reykjaviker Kirche, dem „Haifischzahn“
Denkmal für Leif Eriksson vor der Reykjaviker Kirche, dem „Haifischzahn“

Der Wikingerführer Rollo (ca. 846 - ca. 932) bekam vom fränkischen König Karl III. (dem „Einfältigen“) 911 das Gebiet der Normandie als Lehen, ließ sich dafür christlich taufen und begründete eine Herrscherdynastie in Rouen. Sein Sohn und Nachfolger als Herzog/König war Guillaume Longue Épée (um 905 - 942). Die Herrscher residierten auf der auf einem Felsen gebaute Burg Falaise, die  Stammsitz der Herzöge wurde.

Um 1027 wurde dort William II. geboren, der den Beinamen „der Bastard“ erhielt - vermutlich weil er einer Liebesbeziehung abseits dynastischer Werte entstammte und die Mutter schwanger war, bevor kirchlich geheiratet werden konnte (Friedelehe). Dieser William wurde König der Normannen und ihm gelang 1066 unter dem Namen „William the Conqueror“ (Guillaume le Conquérant) die Unterwerfung Englands. Die Burg Falaise wurde aufgegeben und der Sitz nach England verlegt. William begründete dort das „anglo-normannische Reich“, doch die normannischen Könige in England hielten sich nur bis 1120 , als bei einem Schiffsuntergang vor der Normandie der designierte Nachfolger ertrank. 1205 eroberte der französische König Philipp II. die Normandie und danach wurde die Region französisch.

In der Kathedrale von Rouen sind die ersten Normannenführer begraben: Rollo, William Langschwert, Heinrich der Jüngere und viele andere.


Grabmal von Heinrich dem Jüngeren in der Kathedrale von Rouen
Grabmal von Heinrich dem Jüngeren in der Kathedrale von Rouen

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Die Einwohner der Normandie lebten von der Landwirtschaft (Landesinneres), der Fischerei (Küste) und vom Handwerk.

... wird fortgesetzt...


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